Die Lage Rahrbachs Unser Heimatdorf Rahrbach ist ein Grenzort. Drei alte Hohlwege laufen innerhalb des Gemeindegebietes im Süden auf die Rahrbacher Höhen zu, die alte Grenzscheide. Hier Cöllen – dort Nassau. So lesen wir heute noch auf den verwitterten und mit Moos überwachsenen Grenzsteinen vom Jahre 1690. Hier wohnen Sachsen, dort Franken bis zum heutigen Tag und unterscheiden sich in Sitte, Sprache und Wesensart und seit der Reformation auch in ihrem Bekenntnis. Ein dichter Heckenwald, ein Hagen und ein Grenzwall taten noch das Ihrige hinzu, die Trennung zu markieren. Wo die alten Wege die Wallwehren schnitten, konnten sie durch Ringwälle gesperrt werden. Oberhalb von Rahrbach und Welschen Ennest sind sie noch zu sehen. Bevor die Sachsen kamen, haben in dieser Gegend Kelten gesessen, wie der einstige Dorfname Rurbeke schließen lässt. Rahrbach liegt, besonders vom Pfarrhaus aus gesehen, sehr schön. 434 m ist es am Rahrbach unten im Tal über dem Meeresspiegel. Von da an steigt das Gelände gemächlich und breit zu den bewaldeten Bergkuppen hinauf. Beim Pfarrhaus werden schon 460,51 m gemessen, bei Dömer – Daniels 472,88 m und beim Josef-Gockeln- Haus 501 m. Die Berge scheinen es beim Blick von da oben fast zu umschließen. Im Süden die Rahrbacher Höhen, sanfte grüne Hänge, auf denen vom Frühjahr bis zum Herbst die Kühe weiden. Hier bleibt der Schnee am längsten liegen, weil er der wärmenden Sonne abgekehrt ist. Oben auf dem langgestreckten Kamm dunkler Nadelwald, einst eine dichte Grenzhecke, in der die Füchse ungestört hausen konnten. Die höchste Erhebung, die Voßbrake, erinnert uns noch daran. Weiter nach Westen hin schließt sich der Wall der Berge mit dem Graefenstein und dem sagenumwobenen Engelsberg an, auf dessen kahlgeschlagenem Haupt man die dicken Wurzeltriebe der Sieben Buchen stehen ließ zur Erinnerung an die uralten, unter denen Karl der Große ein Wildschwein erlegt haben soll. Der Blick wandert weiter zum Vogelsang hin, dessen Name schon Jahrhunderte alte Akten im Pfarrarchiv künden. Gemächlich und sehr breit steigt er aus dem Rahrbachtal auf, Feldbreiten und saftige Wiesen an seinen Flanken. Aber die bewaldete Krone hat er sich nicht nehmen lassen. Bei solcher Höhe würde Korn und Hackfrucht nicht mehr gut gedeihen. Um seinen 584 m hohen Gipfel pfeift der Wind zu rauh. Im Norden schließt sich die Wolfshardt an. Von da aus kann man Kilometer über Kilometer im schattigen, würzigen Wald wandern. Einst haben hier die Wölfe ihre Schlupfwinkel gehabt, kann man vermuten, und haben von da aus das Vieh auf den Hängen bedroht und die Rahrbacher mit ihrem Geheul in dunklen Winternächten erschreckt. Von einer „Wulfsjagd“ im Jahre 1599 erzählen uns noch die alten Akten im Pfarrarchiv mit verblichener Schrift. Im Osten scheint sich der Wall der Berge mit dem Wolfshorn über Welschen Ennest zu schließen und nur der Straße den Weg freizugeben und dem Rahrbach, der unserem Dorf den Namen gab.   Impressum Copyright © 2012