Rahrbach - Kruberg

Donnerstag, 1. September 2016

Arbeitseinsatz ARGE

 

17.00 Uhr Treffen an der Hütte

So., 18. September 2016

 

Oktoberfest des Musikverein Rahrbach

am Probenhaus Welschen Ennest

Herzlich willkommen!

Nachfolgend finden sie einen Auszug unserer Rahrbacher Chronik, die zum 100-jährigen Jubiläum des Schützen-vereins im Jahr 2003 erschien.

Die hier aufgeführten Textpassagen wurden von Martin Vormberg erstellt.

 

Auf Wunsch können bei den Mitgliedern des Vorstands auch noch komplette Exemplare des Buches erworben werden.

Die Lage Rahrbachs

Unser Heimatdorf Rahrbach ist ein Grenzort. Drei alte Hohlwege laufen innerhalb des Gemeindegebietes im Süden auf die Rahrbacher Höhen zu, die alte Grenzscheide. Hier Cöllen – dort Nassau. So lesen wir heute noch auf den verwitterten und mit Moos überwachsenen Grenzsteinen vom Jahre 1690. Hier wohnen Sachsen, dort Franken bis zum heutigen Tag und unterscheiden sich in Sitte, Sprache und Wesensart und seit der Reformation auch in ihrem Bekenntnis. Ein dichter Heckenwald, ein Hagen und ein Grenzwall taten noch das Ihrige hinzu, die Trennung zu markieren. Wo die alten Wege die Wallwehren schnitten, konnten sie durch Ringwälle gesperrt werden. Oberhalb von Rahrbach und Welschen Ennest sind sie noch zu sehen. Bevor die Sachsen kamen, haben in dieser Gegend Kelten gesessen, wie der einstige Dorfname Rurbeke schließen lässt.

Rahrbach liegt, besonders vom Pfarrhaus aus gesehen, sehr schön. 434 m ist es am Rahrbach unten im Tal über dem Meeresspiegel. Von da an steigt das Gelände gemächlich und breit zu den bewaldeten Bergkuppen hinauf. Beim Pfarrhaus werden schon 460,51 m gemessen, bei Dömer – Daniels 472,88 m und beim Josef-Gockeln- Haus 501 m. Die Berge scheinen es beim Blick von da oben fast zu umschließen. Im Süden die Rahrbacher Höhen, sanfte grüne Hänge, auf denen vom Frühjahr bis zum Herbst die Kühe weiden. Hier bleibt der Schnee am längsten liegen, weil er der wärmenden Sonne abgekehrt ist. Oben auf dem langgestreckten Kamm dunkler Nadelwald, einst eine dichte Grenzhecke, in der die Füchse ungestört hausen konnten. Die höchste Erhebung, die Voßbrake, erinnert uns noch daran.

 

Weiter nach Westen hin schließt sich der Wall der Berge mit dem Graefenstein und dem sagenumwobenen Engelsberg an, auf dessen kahlgeschlagenem Haupt man die dicken Wurzeltriebe der Sieben Buchen stehen ließ zur Erinnerung an die uralten, unter denen Karl der Große ein Wildschwein erlegt haben soll. Der Blick wandert weiter zum Vogelsang hin, dessen Name schon Jahrhunderte alte Akten im Pfarrarchiv künden. Gemächlich und sehr breit steigt er aus dem Rahrbachtal auf, Feldbreiten und saftige Wiesen an seinen Flanken. Aber die bewaldete Krone hat er sich nicht nehmen lassen. Bei solcher Höhe würde Korn und Hackfrucht nicht mehr gut gedeihen. Um seinen 584 m hohen Gipfel pfeift der Wind zu rau.

 

Im Norden schließt sich die Wolfshardt an. Von da aus kann man Kilometer über Kilometer im schattigen, würzigen Wald wandern. Einst haben hier die Wölfe ihre Schlupfwinkel gehabt, kann man vermuten, und haben von da aus das Vieh auf den Hängen bedroht und die Rahrbacher mit ihrem Geheul in dunklen Winternächten erschreckt. Von einer „Wulfsjagd“ im Jahre 1599 erzählen uns noch die alten Akten im Pfarrarchiv mit verblichener Schrift.

Im Osten scheint sich der Wall der Berge mit dem Wolfshorn über Welschen Ennest zu schließen und nur der Straße den Weg freizugeben und dem Rahrbach, der unserem Dorf den Namen gab.

Das Alter Rahrbachs

Mitten im Dorf die alte Kirche, hoch über der Straße. Um sie herum in ihrem Frieden und ihrem Schutz die Häuser und Gehöfte, neue aus unserer Zeit und jahrhundertealte Fachwerk- bauten aus den Tagen der Väter. Wie lange mag diese Kirche hier stehen, wie lange Häuser am nämlichen Platz? Wie lange überhaupt mögen Menschen hier wohnen an Hang und Tal? Das sind die Fragen, die eine Antwort heischen. Aber die Rahrbacher Erde schweigt. Noch nie hat sich ein altes Grab aufgetan, nie wurden Scherben gefunden oder Waffen, die uns eine Antwort geben könnten auf die neugierige Frage, wer vor uns hier gelebt. Rahrbach hat keine Archäologie.

 

Doch wo die Erde schweigt, muss die Sprache gefragt werden. Und sie beginnt zu antworten. Wir hören zum ersten Mal von unserem Dorf im sogenannten liber valoris. Das ist ein Schätzbuch, eine Steuerliste, die die Kölner Kurfürsten anlegen ließen von 1310 bis 1316. Damals hießt es Rurbeke. Und dieser Name bringt uns auf eine Spur, die zum Alter der Siedlung führt. Um sie zu finden, müssen wir nur das Wort in seine Bestandteile zerlegen. Die eine Hälfte kennen wir alle. Es ist ein altsächsisches Wort, das heute noch lebt. Beke nennt man im Dialekt immer noch den Bach.

 

Aber was heißt „Rur“? Um das zu verstehen, müssen wir in der Geschichte Rahrbachs noch ein Stück weiter zurückforschen. „Ruhr“ ist kein germanisches Wort mehr. Wir finden es aber in der keltischen Sprache. Dort bezeichnet man damit das Schnellfließende, den Strom, den Bergbach. Die Kelten sind schon lange fort, vom Sturmwind der Geschichte bereits vor Christus vertrieben worden. Aber ihre Denkmäler haben sie uns hinterlassen im Schoß der Erde, in alten Wallburgen und Königsgräbern, in den Ruinen ihrer Städte wie in meinem Heimatkreis Leobschütz, Oberschlesien. Und ihr geschichtliches Dasein lebt weiter in manch einem Fluss – oder Flurnamen.

 

Die erste Hälfte unseres Dorfnamens ist eine solche Erinnerung an sie. Wir finden ihre Wurzel, wie die vergleichende Sprachwissenschaft lehrt, auch in anderen Flussnamen, in Rhein, Rhone, im Griechischen Wort rheein = fließen, ja, im deutschen Wort Strom. Ein Zeichen dafür, dass alle diese Sprachen auf einen gemeinsamen Ursprung hinführen und auf ein einziges Volk, die Indogermanen.

 

Vermögen wir dies uralte Wort nicht mehr herauszuhören aus unserem jetzigen „Aufruhr“ oder „sich rühren“? Bevor die Germanen kamen, haben also Kelten an Bach und Hang gesiedelt.

 

Bei ihrer Vertreibung werden einige wenige hier zurückgeblieben sein, vielleicht freiwillig oder als kriegsgefangene Sklaven. Von ihnen hörten die Eindringlinge, dass sie den Bach „Ruhr“ nannten. Sie wussten nicht, dass das „Bergbach“ hieß und hängten ihr Wort „becke“ noch dran. Sie bildeten damit einen Pleonasmus: Bach – Bach. Wir dürfen uns für jene frühe Zeit allerdings keine geschlossene Dorfsiedlung vorstellen. Es mag nur einzelne verstreute Gehöfte gegeben haben.

 

Genauso dünn wie unter den Kelten blieb in unserem Tal die Besiedlung unter den Germanen. Die Heimatchronik des Kreises Olpe bemerkt dazu: „zwar machen einige altertümliche Flussnamen wahrscheinlich, dass einige ältere Siedlungen vorhanden waren. Doch können es nur wenige Höfe gewesen sein. Einige wenige Höfe rückten zu Hofgruppen zusammen an günstigsten Stellen. Sauerländer Dörfer haben sich erst im Spätmittelalter durch Gutsteilung entwickelt.“ Anton Runte vermutete in seinen Aufzeichnungen zur Heimatkunde, dass unser Gebiet zum Hungau gehörte, in dem 10 Familien eine Thingstätte bildeten. Der uralte Friggenstaul am Engelsberg, früher Eggelsberg, weise darauf hin. Runtes Meinung ist von Hömberg widerlegt worden.

Rahrbach - Geographische Lage

Das Dorf Rahrbach liegt mit 51° 02‘ nördlicher Breite und 7° 95‘ östlicher Länge im Südsauerland oder Süderbergland des Rheinischen Schiefergebirges. Das Südsauerland, das auch als Olper Land bezeichnet wird, bildet eine landschaftliche Einheit, die sich in drei Teillandschaften gliedert, nämlich das Olper Hügelland, die Attendorn-Elsper Kalksenken und das Bilsteiner Bergland.

Das Bilsteiner Bergland wird allseitig von hohen Gebirgszügen umrahmt. Es gehört im weiteren Sinne zum Rothaargebirge. Hier befindet sich im Südwesten das Dorf Rahrbach, das heute ein Ortsteil der Gemeinde Kirchhundem im Kreis Olpe ist.

Das Dorf liegt auf einer Höhe von ca. 440 m über NN an der Vereinigung der Täler des Rahrbachtales im Süden und des sogenannten Rahrbruchs, der von Norden her einzieht.

Rahrbach ist umgeben von den Bergen Vogelsang (Nordwesten, 560 m), Stemberg (Nordnordwest, 563 m), Wolfhardt (Norden, 625 m), Gühberg (Südosten, 495 m). Das Gebirge im Süden, um die sogenannte Rahrbacher Höhe, hat Höhen von ca. 550 m. Dort verläuft die Gemeinde- und Kreisgrenze zur Stadt Kreuztal und zum Kreis Siegen-Wittgenstein, die bereits in früheren Jahrhunderten das Fürstentum Nassau- Siegen vom kurkölnischen Herzogtum Westfalen trennte.

 

Nachbarorte von Rahrbach sind im Rahrbachtal Kruberg im Westen und Welschen Ennest im Osten, die ebenfalls zur Gemeinde Kirchhundem gehören. Weitere größere Nachbarorte sind im Norden Oberveischede (Stadt Olpe) und im Süden Littfeld (Stadt Kreuztal).

 

Die Entwässerung der Gemarkung erfolgt nach Osten durch den Rahrbach, der etwa ab dem Dorf Benolpe die Bezeichnung Olpe trägt und bei Kirchhundem in die Hundem mündet.

Alter und Name des Ortes

Die Ersterwähnung von Rahrbach ist im sogenannten „Liber valoris“, einem um 1308 entstandenen Einkünfteverzeichnis der Erzdiözese Köln, zu finden. Der Ort erscheint dort unter dem Namen Rurbeke. Man kann jedoch davon ausgehen, dass der Ursprung des Ortes früher liegt.

 

Denkbar ist eine Erschließung der Rahrbachmulde durch Bewohner des Veischedetals, worauf grundherrschaftliche Besitzverhältnisse und auch die ursprüngliche Zugehörigkeit von Benolpe, Welschen Ennest, Rahrbach und Kruberg zum Kirchspiel Kirchveischede deuten. Der Ursprung der Dörfer wird jedoch kaum vor 950 anzusetzen sein, bei Kruberg kann man wahrscheinlich von einer Entstehung erst nach 1050 ausgehen.

 

Beim Ortsnamen Rahrbach kann davon ausgegangen werden, dass dieser zuerst an dem Gewässer haftete und davon auf den Ort übergegangen ist. Die älteste Form des Ortsnamens im Liber valoris lautet „Rurbeke“. Dabei handelt es sich um einen aus zwei Wörtern zusammengesetzten Namen. Bei dem Wort „beke“ handelt es sich um eine im Plattdeutschen vorgekommene Weiterentwicklung des altgermanischen Wortes für Bach „baki“ oder „bakia“.

Unklarer ist die Herkunft des Namensbestandteils „Rur“ oder heute „Rahr“. Eine Verwandtschaft dieses Namens zum Flussnamen Ruhr ist offensichtlich. Hans Bahlow meint, dass die zahlreichen Flüsse zwischen Elbe und Rhein mit diesem Namen denselben bereits vor Ankunft der Germanen, also schon vor mindestens 3000 Jahren hatten. Seiner Auffassung nach deutet auch geographisch gesehen alles auf keltische, wenn nicht gar vorkeltische Herkunft. Nach Bahlow könnte der Name soviel wie „sumpfiges Wasser“ bedeuten.

Administrative Zugehörigkeit

Urkunden des 13. und 15. Jahrhunderts zeigen, dass das Südsauerland zum Herrschaftsbereich der Edelherren von Gevore-Bilstein gehörte, die Inhaber der Gerichtsgewalt und anderer Hoheitsrechte waren. Bezeichnet wurde dieser Herrschaftsbereich als Freibann, Freigrafschaft oder Herrschaft Bilstein. Nach dem Tod Johann II. von Bilstein, der 1363 letztmals erwähnt wird, ging die Herrschaft Bilstein an die Grafen von der Mark über und verlor somit ihre Selbständigkeit.

 

1368 verkaufte Graf Gottfried IV. von Arnsberg nach einer verlorenen Fehde mit Graf Engelbert III. von der Mark seine Grafschaft an das Kölner Erzstift. Die kölnischen Besitzungen im Sauerland, die damit erstmals ein geschlossenes Territorium bildeten, wurden fortan als Herzogtum Westfalen bezeichnet. Dieses Territorium konnte 1444 um Burg und Stadt Fredeburg und 1445 um die Herrschaft Bilstein erweitert werden.

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 wurde das Herzogtum Landgraf Ludwig X. von Hessen-Darmstadt zugesprochen, der dasselbe aber bereits im September 1802 durch seine Truppen besetzen ließ. Während der hessen-darmstädtischen Herrschaft kam es auf der unteren Verwaltungsebene zu bedeutenden Veränderungen. So wurde am 18. Juni 1808 die Schultheißenordnung eingeführt. Auf unterster Ebene wurden Schultheißen als Ortsvorstände eingesetzt, deren Dienstvorgesetzter im Amt Bilstein Amtmann Freusberg war.

 

Rahrbach bildete einen eigenen Schultheißenbezirk mit Karl Joseph Höfer als Schultheiß. Zu dem Bezirk gehörten außerdem die Orte Kruberg und Fahlenscheid.

 

Die hessen-darmstädtische Administration endete rasch. Bereits 1816 ging das Herzogtum Westfalen auf Grund der Regelungen des Wiener Kongresses in den Besitz des preußischen Staates über. Zum 1. August 1816 wurde der neue Regierungsbezirk Arnsberg gebildet und dieser - nach allgemeinem preußischem Vorbild - in Kreise untergliedert. Statt der Schultheißenbezirke richtete man 1826 Bürgermeistereien ein. Rahrbach kam dabei zur Bürgermeisterei Bilstein.

 

Die Landgemeindeordnung für die Provinz Westfalen vom 31. Oktober 1841 war Grundlage für eine erneute Verwaltungsreform, bei der 1843/44 das Amt Bilstein gebildet wurde. Das Kirchspiel Rahrbach mit den Ortschaften Fahlenscheid, Kruberg, Rahrbach und Welschen Ennest bildete fortan eine politische Gemeinde des Amtes Bilstein.

 

Diese Konstellation der Gebietsgliederung blieb erhalten bis zur kommunalen Neugliederung von 1969, als das Amt Bilstein aufgelöst wurde und die Gemeinde Rahrbach außer dem Ort Fahlenscheid zur neuen Großgemeinde Kirchhundem kam.

Das Herzogtum Westfalen gliederte sich in die Quartale Bilstein, Brilon, Rüthen und Werl, die wiederum eine unterschiedliche Anzahl von Ämtern oder Gerichten umfassten. Zum Quartal Bilstein zählten die Ämter Bilstein, Fredeburg und Waldenburg.

 

Die Zugehörigkeit des Bilsteiner Landes zum kurkölnischen Herzogtum Westfalen dauerte bis zur Säkularisierung der geistlichen Fürstentümer 1802/03.

Kirchliche Zugehörigkeit

Das Sauerland war seit der Zeit der Sachsenmission ein Teil der Erzdiözese Köln. Urpfarreien im Südsauerland waren Attendorn und Wormbach. Die kirchliche Zugehörigkeit zu Köln dauerte bis 1821, als das Gebiet dem Bistum Paderborn zugewiesen wurde.

Seit Jahren werden beide Gemeinden aber nur noch durch einen Seelsorger betreut. 2000 kam es zur Gründung des Pfarrverbundes mit den Pfarrgemeinden Kohlhagen, Silberg/Varste, Benolpe, Welschen Ennest und Rahrbach.

Zur Gründung der Pfarrei Rahrbach mit dem Kirchenpatron St. Dionysius kam es wahrscheinlich im 13. Jahrhundert. Vorher gehörten die Orte des Olpe-Rahrbach-Tals ab Benolpe zur St.-Servatius-Kirche in Kirchveischede.

 

Der Seelsorgebezirk der Pfarrei Rahrbach umfasste außer dem Pfarrort die Dörfer Fahlenscheid, Kruberg und Welschen Ennest. Mit dem Kirchenneubau von 1902/03 wurde Welschen Ennest eigenständige Pfarrvikarie und löste sich somit von der Pfarrei Rahrbach.

Die Einteilung des Sauerlandes in Dekanate erfolgte um die Mitte des 11. Jahrhunderts. Dabei kam die Pfarrei Kirchveischede zum Dekanat Engern (Dekania Angriae). Dieses wurde um 1100 in die beiden Dekanate Meschede und Wormbach aufgeteilt, wobei Kirchveischede zu Meschede kam.

 

Somit gehörte auch die Pfarrei Rahrbach seit ihrer Gründung zum Dekanat Meschede und kam dann bei der Neueinteilung der Dekanate 1832 zum Dekanat Elspe.

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